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Zapfen fräsen

Eine weitere Aufgabe der Oberfräse kann es sein, Zapfen zu fräsen. Dies ist gerade im Holzbau und rund um den Fachwerkbau sehr verbreitet. Es bedarf gleich mehrerer Werkzeuge, um eine Zapfenverbindung richtig zu fräsen. Folgende Utensilien sollte man dafür bereithalten:

  • Handkreissäge (Alternativ eine Japansäge oder eine Gestellsäge)
  • Kettenstemmer (Alternativ: eine Bohrmaschine/Akkuschrauber mit einem Astflickbohrer/Fortsnerbohrer)
  • Stecheisen
  • Hammer
  • Schraubzwinge
  • Meter
  • Bleistift

Schöne Holzverbindungen lassen sich mit diesen 7 Werkzeugen optimal herstellen. Der Kettenstemmer dient hierbei hauptsächlich zum Fräsen der Zapfenlöcher. Um die Zapfen ausarbeiten zu können, wird die Handkreissäge benötig. Bei der Verwendung eines Stecheisens ist darauf zu achten, dass dieses sehr scharf ist. Um sicher zu gehen, kann man einfach ein Blatt Papier zur Hand nehmen und versuchen dieses mit dem Stecheisen zu durchtrennen. Wenn das problemlos funktioniert, ist das Stecheisen scharf genug.

Als Grundregel kann man sagen, dass die Zapfenbreite immer 1/3 der Holzstärke haben muss. Wäre der Balken also ca. 13 cm stark, dann wäre die Zapfenbreite 4cm dick. Wenn es sehr viele Zapfen sind, die ausgestemmt werden müssen, muss darauf geachtet werden, dass das verwendete Werkzeug zum Zapfenloch passt. Wird beispielsweise ein Kettenstemmer verwendet, der 4,5cm ausfräst, dann muss das Maß auch am Zapfen angepasst werden.

Wenn nur einige Zapfen ausgearbeitet werden müssen, genügt es, einen Balken nach dem anderen zu bearbeiten. Handelt es sich aber um mehrere Bauteile, sollten alle Balken mit einer großen Schraubzwinge oder einem Spanngurt zusammen gehalten werden. Besonders wichtig ist es, bei diesem Schritt den Winkel zu messen. Denn alle Balken müssen unbedingt parallel zueinander liegen.

Es ist aber auch möglich, parallele Längen auszumessen. Diese sollten identisch sein. Hier kann man gleich mit einem einzigen Schnitt mehrere Bauteile gleichzeitig bearbeiten. So muss nicht jedes einzelne Bauteil in die Hand genommen werden. So kann man an allen 4 Seiten verfahren. Ebenso kann man auch an der Stirnseite verfahren. Hier ist aber darauf zu achten, dass das Sägeblatt 1-2 mm höher eingestellt ist. Bei einer zu tiefen Einstellung kann es sonst an sichtbaren Bereichen zu unschönen Spuren kommen. Die Kreissäge muss natürlich exakt eingestellt werden.

Die kurze Fläche eines Zapfens wird auch als nicht belastete Fläche bezeichnet. Sollte ein Zapfen mal nicht so richtig passen, so sollte einfach diese Fläche des Zapfens abgefast werden. An dieser Stelle des Zapfens wirken nämlich keine Kräfte. Allerdings darf man nicht rings herum eine Fase setzen, da die Druckflächen der breiten Flächen schon sehr niedrig sind. Sollte man also hier noch mehr abtragen, könnte die Folge sein, dass der Balken viel leichter verrutscht. Allerdings hat das Abfasen an der kurzen Fläche den deutlichen Vorteil, dass sich der Zapfen sehr viel leichter in das Zapfenloch einführen lässt.

Es lässt sich also grundsätzlich sagen, dass es nicht schwer ist, eine Zapfenverbindung herzustellen. Wer sowohl im Besitz eines guten Werkzeugs ist, als auch eine gute Planung vorbereitet hat, der hat schon alles, was er benötigt.

Natürlich gibt es sehr viele unterschiedliche Möglichkeiten, wie man einen Pfosten mit einer Schwelle verbinden kann, aber die sicherste, nachhaltigste und wichtigste Verbindung für Pfosten und Schwellen sind die Zapfenverbindungen.

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